Strom in der Wirbelsäule
heitere Gewissheit
fließt du im Dunkel der knöchernen Höhlung
langsam und bedächtig
aller Erinnerung mächtig
weit über´s "ich" hinaus.

Kein Licht erhellt dein Strömen
unbeugsam hält dich Materie in trockener Haut
Schutz vor den Moden der Zeit
Gedächtnis der Erde.

Aus der Schwärze des Alls steigt Benetnash
Klageweib aus dem Siebengestirn der Großen Bärin
sie kann nicht angerufen werden
außer es öffnet eine die Brust
zum grollenden Ton eines Endes.

Ende der zweigeschlechtlichen Spaltung
zorniger Wunsch nach dem Fall in die
EINS.


Strom in der Wirbelsäule
heitere Gewissheit
steigst du hinab in die knöcherne Schale
zeitreif und kühl
die Erinnerung hebend
weit über´s "ich" hinaus.

Ein Gesang begleitet dein Strömen
unerhörtes Lied gleitet ins Ohr dieses Raum´s
wallt durch die Zwänge der Zeit
Gedächtnis des Morgen.

In der Helle des Eises taut das Weh, endloser Reim
aus Wellen und Wind und den Geistern der Erde
die nicht befriedet werden können
außer es öffnet eine den Rachen
zum gellenden Schrei eines Anfangs.

Anfang der Sammlung jeden zerrissenen Splitters
furchtsamer Wunsch nach der Existenz im
ALL-EIN.




Dieser Text von Ute Manan Schiran beschäftigt mich seit einem Jahr.
Ich bewege ihn in der Tanzperformance "Rote Beete", die am 15. Januar 2017
in Nürnberg zu sehen sein wird - um 19 Uhr in der Kulturwerkstatt auf AEG.